Was bedeutet Spitex?

Spitex bedeutet spitalexterne Hilfe, Gesundheits- und Krankenpflege, das heisst Hilfe, Pflege und Beratung ausserhalb des Spitals oder Heims, bei Ihnen zu Hause.

Es gibt gemeinnützig organisierte Spitex-Dienste und Profit orientierte Spitex-Unternehmen. Der Spitex Verband Schweiz als Dachverband der Non-Profit-Spitex besitzt das Markenrecht für das Spitex-Logo. Das Wort „Spitex“ kann rechtlich jedoch nicht geschützt werden und wird sowohl von gemeinnützigen als auch kommerziellen Leistungserbringern verwendet.

Was bezweckt Spitex?

Dank Spitex-Leistungen können Betroffene trotz persönlicher Einschränkungen zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben oder früher von einem stationären Aufenthalt nach Hause zurückkehren. Ziel der Spitex ist dabei, die Selbstständigkeit des Klienten/der Klientin zu erhalten und zu fördern. Dabei versuchen die Spitex-Mitarbeitenden, das private Umfeld der Betroffenen wenn immer möglich in die Hilfe und Pflege mit ein zu beziehen.

Wer kann Spitex anfordern?

Spitex steht allen Einwohnerinnen und Einwohnern jeden Alters zur Verfügung, die bedingt durch Krankheit, Unfall, Behinderung, Altersgebrechen, Mutterschaft oder Ähnliches auf Unterstützung angewiesen sind. Massgebend sind Notwendigkeit und ein abgeklärter Bedarf. Die Anmeldung erfolgt über die Spitex-Organisation vor Ort.

Wie wird der Pflege-/Hilfsumfang festgelegt?

Bevor Spitex die Betreuung einer Person aufnimmt, klärt eine Fachperson den genauen Bedarf an Pflege- und/oder Hilfsleistungen ab. Eine Bedarfsabklärung ist gesetzlich vorgeschrieben und kassenpflichtig. Sie garantiert, dass die betroffene Person weder unter- noch überversorgt wird.

Wo hat die Spitex Grenzen?

Die gemeinnützige Spitex bietet keine 24-Stunden-Betreuung. Wenn die Pflege und Betreuung zu Hause aus fachlichen, menschlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht mehr verantwortbar ist, müssen sinnvolle Alternativen gesucht werden. Ein Wechsel in eine stationäre Einrichtung ist namentlich dann angezeigt, wenn die Sicherheit der Klienten, der Angehörigen oder der Spitex-Mitarbeitenden nicht mehr gewährleistet ist, wenn pflegende Angehörige völlig überfordert sind, oder wenn die Hilfeleistung derart intensiv geworden ist, dass sie die Möglichkeiten der Spitex übersteigt.

Wie arbeitet Spitex?

Die gemeinnützige Spitex ist der Qualität verpflichtet. Die Arbeitsabläufe und Dienstleistungen werden regelmässig auf die Qualität hin durchleuchtet und wo nötig angepasst.

Wie ist die gemeinnützige Spitex organisiert?

Die Spitex ist in der Schweiz föderalistisch strukturiert. In der Deutschschweiz werden die meisten gemeinnützigen Spitex-Organisationen von privatrechtlichen Vereinen oder Stiftungen auf Gemeinde- oder Regionsebene getragen. Anders in der Westschweiz und im Tessin: Dort ist die Non-Profit-Spitex vornehmlich in regionalen oder kantonalen Vereinen oder Stiftungen organisiert. Seit dem Inkrafttreten des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) im Januar 1996 müssen Krankenkassen einen gewissen Teil der ärztlich verordneten Pflegekosten übernehmen. Gleichzeitig stieg der Druck auf die Spitex-Anbieter, Kosten zu senken respektive noch effizienter zu arbeiten. Dies führte zu einer Fusionswelle, die noch nicht abgeschlossen ist. So hat sich die Zahl der Spitex-Basisorganisationen seit 1995 um rund die Hälfte verringert. Durch die Zusammenschlüsse können Doppelspurigkeiten abgebaut und Infrastrukturkosten (z.B. für gemeinsame Büros und Fahrzeuge) gesenkt werden. Fast alle der gegenwärtig noch rund 600 gemeinnützigen Spitex-Organisationen sind einem der 26 kantonalen Spitex-Verbände angeschlossen, die ihrerseits den Spitex Verband Schweiz tragen.

Wie wird die gemeinnützige Spitex finanziert?

Die dem Kunden in Rechnung gestellten Tarife sind weder in der Krankenpflege noch im Bereich Hauswirtschaft kostendeckend. Die ungedeckten Kosten werden durch Subventionen von Kantonen/Gemeinden finanziert. Die gesetzlichen Auflagen verpflichten die Spitex-Organisationen zum haushälterischen Umgang mit den finanziellen Mitteln. Mit der Einführung des Neuen Finanzausgleichs (NFA) auf den 1.1.2008 sind neu die Kantone für die Spitex zuständig – der Bund beteiligt sich nicht mehr an der Subvention der Spitex-Organisationen. Es liegt an den Kantonen, die Finanzierung der Spitex-Organisationen sicherzustellen.

Ein neues Pflegefinanzierungsmodell wird zur Zeit im Parlament diskutiert.

Wer arbeitet bei der Spitex?

In der gemeinnützigen Spitex sind rund 28'000 Personen tätig, die sich etwa 12'000 Ganztagesstellen teilen (siehe auch Spitex-Statistik). Rund 90 Prozent des Spitex-Mitarbeiterstabs ist direkt im Bereich Hilfe und Pflege engagiert. Dabei handelt es sich zu einem grossen Teil um diplomierte Pflegefachleute, Fachangestellte Gesundheit, HauspflegerInnen, PflegeassistentInnen, HaushelferInnen etc. Dazu kommen Fachleute in den Bereichen Betriebsleitung und Administration. Die Spitex-Organisationen bieten auch Lehrstellen und Praktikumsplätze an.

Weshalb ist Spitex besonders sinnvoll?

Die gemeinnützige Spitex...

  • arbeitet bedarfsgerecht, d.h. sie erbringt nur Dienstleistungen, die die Klientin/der Klient auch tatsächlich benötigen (keine Luxusdienstleistungen)
  • bezieht die Angehörigen und das soziale Umfeld der Klienten in die Betreuung mit ein
  • ist volkswirtschaftlich günstiger als stationäre Angebote